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Der ungarische Missionsleiter Imre Fekete berichtet: Im letzten Jahr brach ich mit drei Mitarbeitern zu einer besonderen Reise auf. Wir fuhren nach Kroatien in die Stadt Vukovar, wo unsere Freunde László N. und seine Frau Keri seit eineinhalb Jahren wohnen.
Ein Rückblick auf die tragischen Ereignisse von 1991/ 92: Damals zeigte das Fernsehen schockierende Bilder über den Krieg und die Zerstörung in diesem Gebiet. Bei der Invasion sprengte die Milosevic-Armee systematisch jedes Wohnhaus, vertrieb die Bewohner und tötete diejenigen, die geblieben waren. Wie schrecklich mussten sich die schutzlosen Kinder, Frauen, kranken und alten Leute gefühlt haben! Die ca. 200 hilfl osen Patienten im Spital von Vukovar wurden ausgeraubt, weil sie nicht weggehen konnten. Nach drei Monaten Belagerung und sieben Jahren Besatzung kam die Stadt wieder unter kroatische Herrschaft.  Ortstafel mit Einschusslöchern Die gemischte Bevölkerung setzt sich aus Kroaten, Serben und Ungarn zusammen. Die ausgebrannten und zerstörten Gebäude waren ein trauriger Anblick. Im kleinen Dorf Szentlászló ist aus den Ruinen der Bahnstation ein Baum gewachsen. Es gibt tausende Hektar unkultiviertes und vermintes Land. Ganze Familien waren während des Krieges ausgelöscht worden. Unter den Überlebenden gibt es niemanden, der nicht den Tod von Angehörigen zu beklagen hat. Trotz dieser traurigen Tatsache konnten wir sehen, dass neue Hoffnung in diese Situation hineingekommen ist. Dabei musste ich an die Worte des Propheten Jesaja denken: „Das Volk, das in der Finsternis wandelte, sah ein großes Licht. Über denen, die im Land der Todesschatten leben, ist ein Licht aufgegangen.“ (Jes. 9, 1-2) Der Wiederaufbau der zerstörten Häuser, Schulen, Kirchen, öffentlichen Gebäude und Straßen lässt die Ruinen allmählich verschwinden.  László unf Keri mit Tochter Unsere Freunde László und Keri lebten glücklich in Szeged (Ungarn) und waren Mitarbeiter in der Gemeinde der Calvary Chapel. Doch dann kam die Nacht, die alles veränderte. László erzählte: „Ich hatte damals einen Traum, in dem ich mich selbst vor der Landkarte mit den Teilrepubliken Jugoslawiens stehen sah. Nach einer Weile hörte ich, wie Gott zu mir sprach: ‚Ich werde dich in ein blutgetränktes Land senden.’ Nach zwei Wochen hatte ich denselben Traum mit dem Unterschied, dass ein Stift wie von unsichtbarer Hand eine Stelle auf der Landkarte einkreiste. Es war die Region von Vukovar und Osijek. Nach acht Monaten zogen wir nach Vukovar, um die Leitung einer Kirchengemeinde zu übernehmen, die während des Krieges auseinandergefallen war. Die Menschen in dieser Gegend sind sehr verschlossen und in sich gekehrt. Alle hatten traumatische Erlebnisse während des Krieges, die sie nicht vergessen können. Sie sind deprimiert und enttäuscht von Menschen, Nationen, Regierungen etc. Wir bieten ihnen eine Lösung an, die sie noch nicht gekannt haben, das Evangelium der Gnade und Versöhnung. Es ist das Werkzeug in Gottes Hand, um die Menschen innerlich zu erneuern und zu heilen. Ich tue nichts Besonderes, sondern predige das Evangelium auf einfache Weise. Wir sind offen für die Anliegen der Menschen, beten für sie und bemühen uns, ihnen unsere Liebe entgegenzubringen. Sie öffnen sich zwar nur langsam, doch es gibt hoffnungsvolle Entwicklungen. Der Kontakt untereinander wächst und die Gemeinde blüht langsam auf. Ca. 70 Personen besuchen regelmäßig die Gottesdienste.“
Wir fragten László, ob er in diesem schwierigen, jedoch schönen ienst auch Hilfe hat. Seine Antwort war der Bibelvers im Matthäus 9, Vers 37: „Die Ernte ist reif, der Arbeiter sind enige …“ Sie haben eine gute Zusammenarbeit mit anderen Kirchen aufgebaut, insbesondere mit dem reformierten Pfarrer Peter Sz. und seiner Frau Vanda, welche im ca. 26 km entfernten Ort Haraszti leben. Sie leiten mehrere Kirchengemeinden und kümmern sich besonders um die Jugend. Im Sommer organisieren sie Kinderlager für ca. 200–300 Kinder. Haraszti ist das Dorf, das während des Krieges nicht besetzt war, weil mutige Männer im Dorf blieben und die Stellung hielten. Die feindliche Truppe wusste nicht, wie viele Leute das Dorf verteidigten, ihre Panzer fuhren auf die Minen. So blieb das Dorf verschont. Am Ende unseres Besuches fragten wir Lásló und Keri, was sie von Gott für die Zukunft erwarten. „Wachsen im Geist und in der Erkenntnis“, war die Antwort. „Wenn die Wunden in den Seelen geheilt und die Leute in ihren Herzen soweit sind, werden wir gehen und dort dienen, wohin Gott uns durch seine Kirche sendet. Mein persönlicher Wunsch ist, nach Bosnien zu gehen und dort zu helfen. Vielleicht wird dies schon in zwei bis drei Jahren der Fall sein.“ Diese Gemeindeleiter der jungen Generation sind ein Beispiel an Hingabe für den missionarischen Dienst. Es liegt in unserer Verantwortung, sie zu ermutigen und zu unterstützen, so gut wir können. Anliegen der Gemeinde in Vukovar: Für Isolierung, Malerarbeit und Heizungsinstallation des neu aufgebauten Versammlungsgebäudes werden noch ca. € 2.200,– benötigt. Falls Sie helfen möchten, vermerken Sie auf Ihrem Einzahlungsschein „Vukovar“, vielen Dank. Ortstafel mit Einschusslöchern László und Keri mit Tochter |