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Vitali Ivanov, Missionsleiter der Osteuropamission Georgien, gibt uns einen Einblick in die Freuden und Leiden des alltäglichen Lebens im Altersheim.

Mich begeistert immer wieder neu, in einem so wunderbaren Dienst arbeiten zu dürfen, ganz praktisch zu sehen, wie etwas gut funktioniert, seine Bestimmung optimal erfüllt und den Menschen echte Hilfe gibt. Natürlich tauchen in einem so großen Projekt auch Probleme und Hindernisse auf. Aber die Freude und Zufriedenheit in den Augen der Bewohnerinnen und Bewohner zu sehen, gibt uns Genugtuung und Kraft, den Auftrag treu weiterzuführen. Besonders dankbar sind wir dem Herrn für unser gutes Mitarbeiterteam. Es sind treue, eifrige, hilfsbereite und zuverlässige Leute, hingegebene Christen, die nun schon mehrere Jahre mit uns zusammenarbeiten. So betrachten wir sie heute nicht nur als unsere Arbeitskollegen, sondern auch als gute Freunde.

Im Haus geht alles seinen gewohnten Gang. Spannend ist es immer, wenn neue Leute ins Altersheim aufgenommen werden und von allen zuerst einmal liebevoll willkommen geheißen werden. Meist geprägt von schweren Lebenserfahrungen sind sie anfangs sehr angespannt, ängstlich und vorsichtig. Unsere Erfahrung hat aber gezeigt, dass nach einer gewissen Zeit unter demselben Dach ihre wahre Persönlichkeit zum Vorschein kommt.

Kürzlich haben wir zwei neue Frauen, beide blind, gemeinsam in einem speziell dafür hergerichteten Zimmer im ersten Stockwerk untergebracht. Wir waren überrascht zu sehen, wie sich das Erscheinen dieser beiden Frauen ausgewirkt hat. Die angestammten Heimbewohner haben die beiden Neuankömmlinge so richtig unter ihre Fittiche genommen. Sie haben angefangen, sie in den Speisesaal und wieder zurück zu begleiten, ihnen laut aus der Bibel vorzulesen und ihnen christliche Lieder vorzusingen. Eine solch große Veränderung in den Beziehungen unserer Heimbewohner zueinander zu sehen, hat uns tief berührt und ermutigt - kommen doch fast alle aus miserablen Verhältnissen, geprägt von Abgestumpftheit und Egoismus, einem Verhalten, das in der Vergangenheit die Beziehungen in ihren eigenen Familien ruiniert hat.

Dank Larissas Einsatz konnte unser Hof und der kleine Garten in einen wunderschönen Bereich zum Sitzen umgestaltet werden, der draußen zum Verweilen einlädt. Fast jeden Vormittag sehen wir die beiden blinden Frauen, die es gewohnt waren, irgendwo eingesperrt zu sein, wie sie in Begleitung von anderen einen kleinen Spaziergang machen, draußen auf einer Bank angeregt diskutieren oder Bibelverse hören.

Ab und zu haben wir natürlich auch schwere Ereignisse zu verkraften. Vor kurzem ist eine unserer Heimbewohnerinnen gestorben. Aber auch das gehört zu unserem Leben. Es macht uns sehr froh, dass Gott uns hier als seine Werkzeuge gebraucht, um seine Liebe diesen Menschen gegenüber sichtbar werden zu lassen. Die Zeit, die sie bei uns verbringen, ist wohl die glücklichste in ihrem ganzen Leben. Ich danke Ihnen im Namen all unserer Bewohnerinnen und Bewohner ganz herzlich für Ihre treue Unterstützung. Der Herr segne Sie überreich dafür!