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Bericht unserer OEM-Mitarbeiterin Violeta Selmanaj

Für die Familien, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe, verläuft das Leben so wie immer. Die Armut bleibt dieselbe und mit den heranwachsenden Kindern wachsen auch die Kosten. Glücklich darf sich schätzen, wer eine Arbeit gefunden hat und einen kleinen Verdienst nach Hause bringen kann. Es ist wie das Licht einer kleinen Kerze, ein Hoffnungsschimmer auf eine bessere Zukunft.

Zusammen mit zwei jungen Missionarstöchtern erteile ich Englischunterricht in der Zigeunergemeinschaft. Neben den Kindern nehmen auch einige junge Frauen und Mütter daran teil. Diese Kurse sind sehr beliebt und es gibt auch einige Erfolge zu verzeichnen. Ein Beispiel dafür ist die Studentin Shukrie Stolla, die ihr Examen mit Auszeichnung bestanden hat. Den Schulkindern helfen wir nicht nur beim Englischlernen, sondern auch bei den Hausaufgaben in allen Schulfächern. Diese Aufgabe bereitet uns viel Freude.

Im serbischen Teil der Bevölkerung hat sich nicht viel verändert. Mit den Menschen, mit denen wir im Alltag zu tun haben, arbeiten wir gut zusammen. In den Medien wird oft alles negativ dargestellt, was nicht stimmt. Die Familien leben in den Dörfern und sind in der Landwirtschaft tätig. So haben sie ein regelmäßiges Einkommen und sie werden vom serbischen Staat unterstützt. Auch die Regierung im Kosovo tut viel für die Minderheiten, besonders für die serbischen Enklaven.     

Der albanische Teil der Bevölkerung durchlebt viele Schwierigkeiten: Arbeitslosigkeit, kein eigenes Dach über dem Kopf, keine feste Arbeit, einfach nichts, nur den Wunsch nach einem besseren Leben. Früher gab es in den Städten genug Arbeit für die Menschen, doch nach dem Kosovokrieg gibt es keine Industrie mehr, das Schlimmste, was uns passieren konnte. Viele Arme wohnen in seit dem Krieg verlassenen Häusern. Strom und Wasser gibt es nach wie vor nur mit langen Unterbrechungen. Einige Familien versuchten im letzten Jahr der Not zu entkommen und nach Deutschland einzureisen, doch sie wurden zurückgeschickt und sind nun noch ärmer als zuvor. Ihre Kinder mussten zudem ein ganzes Schuljahr wiederholen.

Im vergangenen Winter sanken die Temperaturen auf minus 25 Grad. In den baufälligen Häusern fehlte es am Grundlegendsten, ein normales Leben war unter diesen Umständen kaum noch möglich. Das einzige Einkommen dieser Familien bestand aus Spenden. Die großen Nöte, denen ich immer wieder begegne, erschrecken mich oft - am meisten, wenn die Kinder der Familien krank sind und sie mich um Hilfe bitten. Dann erzähle ich ihnen viel von der Liebe Gottes zu uns Menschen, von seiner Treue und dass Er unsere Hilfe in der Not ist. In solch schwierigen Momenten bin ich froh zu wissen, dass Gott der Herr meines Lebens ist. Ich danke Ihm, dass ich seine Liebe zuerst erfahren habe und diese mit anderen Menschen teilen kann. Ich halte regelmäßigen Kontakt zu den Familien im Kinderpatenschaftsprogramm. Dann sind wir wie eine große Familie, in der wir Frauen unsere Sorgen und Probleme miteinander teilen. Die große Offenheit untereinander ist sehr schön und macht mich glücklich.

Vielen Dank für all Eure Unterstützung. Dadurch ist es uns möglich, den Menschen in ihren schwierigen Lebensumständen zu helfen. Alles, was Ihr für diese Familien tut, gibt ihnen neue Hoffnung und Zuversicht!