Zusammenfassender Tätigkeitsbericht von Josef Jäger: 
Jesus fragte seine Jünger: „Als ich euch damals ohne Geld, Tasche und Schuhe aussandte, habt ihr da Not leiden müssen?“ „Nein, niemals!“, beteuerten sie. (Lukas 22,35)  

Wir preisen unseren Herrn Jesus dafür, dass wir auch 2021 keinen Spendenrückgang zu verzeichnen hatten.

Er ist und bleibt treu! Durch die anhaltende Corona-Krise war auch 2021 geprägt von zahlreichen Herausforderungen, insbesondere für die vielen Tagelöhner und Gelegenheitsarbeiter in Osteuropa. Besonders gefragt war Anfang des Jahres die Brennholzaktion. So lieferten Sundim und Violeta Selmanaj mit ihrem Kleintransporter Brennholz und Lebensmittelpakete an bedürftige Familien im Kosovo. Auch in der Ukraine, in Rumänien und Serbien war die Brennholzaktion ein großer Segen. In all diesen Ländern wurden Bedürftige besucht und ermutigt, nicht zuletzt durch die dringend benötigten Lebensmittel und andere Hilfsgüter. Die Unterstützung durch den Staat ist überall in Osteuropa dürftig, ebenso in Georgien, wo viele Menschen ihr Einkommen früher aus dem Tourismus erzielt haben und jetzt vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Vitali und Larisa Ivanov versorgten neben ihrem Dienst im Altenheim über 100 Familien in Tiflis und Zentralgeorgien mit dringend benötigten Lebensmittelpaketen.

Haus der Hoffnung 

Gut Ding braucht Weile, insbesondere bei Behördenverfahren in Rumänien. So fand auch die Umstellung zu einem Zentrum für Pflegefamilien mit Aufnahme von Babys und Kleinkindern später statt als ursprünglich geplant. Im Frühjahr wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt, um die Folgen mehrerer Rohrbrüche zu beseitigen. Auch Flohmärkte konnten unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Im Mai war es dann so weit. Casandra, seit Jahren das erste Kleinkind, konnte ins Haus einziehen. Da für Juli das Eintreffen weiterer Kinder erwartet wurde, musste die von Marion und Dorin geplante Vortragsreise abgesagt werden. Doch die Fertigstellung der Dokumente für die Umstellung dauerte noch etwas länger, sodass erst im August und September weitere Pflegekinder dazukamen, die teils im Haus, teils bei Pflegefamilien in Sambateni und Umgebung leben.

Rumänien – Vollwaisen im Elend

Kurz vor Ostern berichtete Paul Militaru über einen schrecklichen Autounfall, bei dem das junge Ehepaar Budi ums Leben kam. Sechs der insgesamt acht Kinder kamen zu einem Großelternpaar. Doch die Hütte in der Romasiedlung war in so schlechtem Zustand, dass das Jugendamt eine Verbesserung der Wohnsituation verlangte. Als erste Hilfe erhielt die Familie Lebensmittel. Trotz ihrer Armut finanzierte die Pfingstgemeinde im Dorf ein Grundstück für ein kleines Haus. Dank großzügiger Spenden unserer Missionsfreunde konnte es innerhalb weniger Monate gebaut und bereits im Oktober bezogen werden. Paul Militaru, der über Erfahrung im Baugewerbe verfügt, leitete das Projekt. Da er, so seine eigenen Worte, das Bauen liebt, obwohl er sich damit seinerzeit in den USA Gesundheitsschäden zugezogen hat, packte er mehr an, als ihm gut tat. Sechs Kinder wurden ins Kinderpatenschaftsprogramm aufgenommen. Laut Entscheidung des Gerichts werden auch die beiden Kinder, die jetzt bei der anderen Großmutter leben, in das neue Haus einziehen. Frau Budi hatte vier Kinder aus einer früheren Beziehung in die Ehe mitgebracht, aus der vier weitere hervorgegangen sind.

Trainingsschule in Braşov

Obwohl das Schuljahr 2020/21 das schwierigste in der 20-jährigen Geschichte der Trainingsschule war, legten alle Schüler und Schülerinnen die nationale Aufnahmeprüfung für das Gymnasium (in Rumänien nur als Oberstufe) erfolgreich ab. Als die Schulen geschlossen waren, konnte der Unterricht aufgrund der schlechten Internetverbindungen nur sehr lückenhaft verfolgt werden. Die Kinder mussten vieles selbst erarbeiten. Auch die Trainingsschule musste auf die elektronischen Medien ausweichen. Keines der Kinder erkrankte an Covid-19. Im September ging die Trainingsschule in ein neues Schuljahr. Paul und Ligia Militaru hoffen, dass diesmal wieder durchgehend Präsenzunterricht stattfinden kann.

Das Fehlen eines Minibusses für den Transport der Kinder, nachdem der alte endgültig unbrauchbar geworden war, erschwerte Pauls Dienst. Ein guter gebrauchter als Ersatz sollte demnächst angeschafft werden können.

Ferienlager für Kinder und Jugendliche

Nach Einschränkungen im Vorjahr konnten 2021 mehrere Kinderlager in Ungarn, Serbien und Rumänien stattfinden. In Ungarn waren anlässlich des 20. Kinderlagers ehemalige Teilnehmer eingeladen und es war eine besondere Ermutigung zu erfahren, dass die meisten aus Problemfamilien stammenden heutigen Erwachsenen ein geregeltes Leben führen, verheiratet sind und selbst Kinder haben. In Serbien wurden einige Kinder von ihren Eltern, die vor fast zwei Jahrzehnten selbst teilgenommen hatten, an den Ort der Kinderlager gebracht. Ein Team, bestehend aus Paul und Ligia Militaru, ihren erwachsenen Kindern und den Sonntagsschulmitarbeitern ihrer Gemeinde, konnte 45 Kindern eine erholsame Urlaubswoche in den Karpaten mit Sport, Spiel und Hinführung auf ein erfülltes Leben mit Jesus bieten.

Projekt „Goldenhands“ – Hoffnung für Frauen in Albanien

In der Großstadt Shkoder und Umgebung leben viele Menschen ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Dies trifft insbesondere auf Frauen aus Familien zu, die von der archaischen Sitte der Blutrache betroffen sind. Ihre Männer dürfen ihre Häuser nicht verlassen, um nicht ermordet zu werden. Elona Prroj, die Leiterin der Gemeinde „Wort Christi“ und selbst Witwe eines Opfers der Blutrache, hat das Projekt „Goldenhands“ gestartet und bereits zu einem erheblichen Teil durchgeführt. Etwa 30 Frauen und Mädchen werden zu Schneiderinnen und Näherinnen ausgebildet und sollten danach die Möglichkeit haben, Arbeitsstellen zu finden. Seelsorgerliche Betreuung traumatisierter Teilnehmerinnen, Verkündigung der Frohen Botschaft und langfristige Vernetzung der Frauen sind Prioritäten des weiterhin laufenden Projekts.

Ukraine

Die Not der Menschen, die durch die coronabedingten Maßnahmen Arbeit und Einkommen verloren haben, wuchs im zweiten Jahr der Krise weiter. Unser Mitarbeiterteam ist dankbar, dass alle ihre Corona-Infektionen von 2020 gut überstanden haben, insbesondere Gabor Toth, an dessen Überleben die Ärzte in der Klinik, wo er beatmet wurde, nicht mehr geglaubt hatten. Bei Besuchen bei Familien, einsamen und alten Menschen wurde unvorstellbare Not sichtbar. Brennholz und Lebensmittelpakete waren oft Rettung in letzter Minute, so z.B. bei einer Großmutter ohne Einkommen, die drei Enkel erzieht. Das letzte Scheit war verbrannt. Die Kinder froren und hatten großen Hunger. Die von Pastor Leonard organisierten Gemeinschaftsessen waren ein Lichtblick für viele, auch für ehemalige Lehrkräfte und andere Personen, die sogar von Führungspositionen in Armut und Arbeitslosigkeit gestürzt wurden. Auch Besuche in der vom Staat gerne verheimlichten Leprakolonie waren wieder möglich. Dort trafen Leonard und sein Team auch Elza, Tochter leprakranker Eltern und alleinerziehende Mutter, die nach einem schweren Unfall nach der Notoperation aus dem Krankenhaus entlassen worden war, weil sie kein Geld für die weitere Behandlung hatte. Mit Hilfe vor allem von Schweizer Missionsfreunden konnten mehrere Operationen und Therapien finanziert werden. Jetzt kann sie hoffen, wieder so gesund zu werden, dass sie selbst für ihre Kinder sorgen kann.

 

Hilfsgütertransporte

Bedingt durch die anhaltenden Beschränkungen wegen Covid-19 fand der erste Hilfsgütertransport erst im April statt. Insgesamt wurden 11 Transporte durchgeführt, fünf zu unseren Partnern von der Osteuropamission Ungarn, die übrigen zu Marion und Dorin Moldovan nach Rumänien. Transport Nummer 11 war eine Premiere: Im Kleinbus des Bibellesebundes Österreich wurden ca. 260 Weihnachtspakete für Kinder, Kleidung, und andere Hilfsgüter ins Haus der Hoffnung gebracht, die auf Anregung von Helga Schmalnauer von den Schülern der Volksschule Bad Goisern und von der evangelischen Pfarrgemeinde Bad Goisern gesammelt wurden. Über 600 Weihnachtspakete durften unsere ungarischen Partner vom Hilfswerk ORA in Bramberg (Salzburg) abholen.

Gebet für die verfolgte Kirche 

Im November luden wir wie jedes Jahr zur Beteiligung am von der Evangelischen Allianz organisierten Sonntag der verfolgten Kirche ein. Der Gebetstag war diesmal nicht einzelnen Ländern gewidmet, sondern den immer mehr von radikalen Islamisten bedrängten Christen in Afrika südlich der Sahara und den christlichen Konvertiten aus dem Islam.

 

Wir hoffen, die auch 2021 wieder abgesagte Informationsreise für Personen, die unsere Projekte vor Ort kennen lernen wollen, und insbesondere für potentielle Neueinsteiger um Ostern durchführen zu können. InteressentInnen bitte melden.