Zusammenfassender Tätigkeitsbericht von Josef Jäger:

Haus der Hoffnung 

Wieder einmal wurden in Rumänien die Gesetze geändert. Der rumänische Staat strebt die Schließung aller Kinderheime an und beabsichtigt, nur noch Jugendliche in Heimen unterzubringen.

Daher wird das „Haus der Hoffnung“ in Zukunft als Haus mit einer Gruppe von Pflegefamilien geführt, um entsprechend der Berufung von Marion und Dorin Moldovan Kleinkinder aufnehmen zu können. Ein Vorteil der neuen Regelungen ist, dass jetzt weniger aufwändige Umbaumaßnahmen erforderlich sind. Eine weitere erfreuliche Entwicklung ist, dass Marion und Dorin jetzt selbst Adoptionen innerhalb Rumäniens vermitteln dürfen.

Im Februar konnten die Kinder zum ersten Mal einen Opa erleben, als ein pensionierter Pastor für zwei Wochen als freiwilliger Helfer ins Haus kam.

Das letzte der zehn Babys, die vor fünfzehn Jahren als erste Generation von Kindern in das „Haus der Hoffnung“ aufgenommen wurden, verließ im August das Haus. Glücklich übersiedelte Cristi zur ehemaligen Langzeitfreiwilligen Lisa nach Österreich, um eine Ausbildung zu beginnen. Anuta durfte zu Mama und Papa in ihre Adoptivfamilie gehen.

Im November kam die Hiobsbotschaft: Heizkessel kaputt! Als Notlösung wurde vorübergehend ein gebrauchter, kleinerer Kessel eingebaut und die Finanzierung des Heizkessels zur Weihnachtsaktion erklärt. Ein großes Dankeschön an alle Spender, die dessen Ankauf sicherten!

Mit Hilfsgütern aus Österreich wurden Bedürftige in Sambateni und Umgebung unterstützt. Die Flohmärkte im Hof des Kinderheims werden sehr geschätzt.

 

Trainingsschule in Brasov

Anfang 2019 fielen die Kurse für nur zwei Wochen aus und die Kinder lernten nach Paul Militarus Anweisung im Selbststudium, da sich Paul einer Bandscheibenoperation unterziehen musste. Dieser Eingriff konnte an einer Privatklinik in Brasov durchgeführt werden, ein Segen für die ganze Familie. Danach folgte eine lange Zeit der Nachbehandlung und Rehabilitation. Trotz Schmerzen und gesundheitlicher Einschränkungen lief nicht nur der Förderunterricht bereits nach dieser erstaunlich kurzen Pause weiter. Sobald Paul wieder dazu in der Lage war, setzte er seine Besuche bei armen Familien und seine Tätigkeit als Kontaktperson des Kinderpatenschaftsprogramms fort.

Die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium und die höheren Schulen war 2019 schwieriger als in vorangegangenen Jahren, insbesondere in Mathematik. Dennoch bestanden alle Schützlinge von Paul und Ligia die Prüfung. Eltern und Kinder waren glücklich, einen weiteren Schritt in Richtung einer guten Ausbildung geschafft zu haben, in Rumänien insbesondere für Kinder aus armen Familien keine Selbstverständlichkeit. Das erfolgreiche Ende des Schuljahres wurde mit einem gemeinsamen Ausflug gefeiert.

 

Ferienlager für Kinder und Jugendliche

Erstmals konnte die Osteuropamission ein christliches Sommerlager für Kinder und Jugendliche in der Region Brasov unterstützen, das vom Leiter der Sonntagsschule von Paul Militarus Gemeinde organisiert wurde. Dort konnten 50 Kinder, einige davon aus den Kursen der Trainingsschule, eine fröhliche christliche Freizeit erleben. Junge Christen mit einem großen Herz für Jesus und ihre Schützlinge vertieften sich in das Thema aus dem Buch Nehemia „Wiederherstellung und Mauerbau in Jerusalem“.

Auf der Farm in Petöfiszállás in Ungarn erlebten 2019 viele Kinder im Kindergarten- und frühen Volksschulalter erstmals eine christliche Freizeit. Das Programm mit dem Thema „Helden“ an diese Altersgruppe anzupassen, war eine große Herausforderung. 

In der Ukraine fanden drei Kinderlager statt, eines davon auf einem Fußballplatz. Neben Bibelarbeiten und Spielen wurde den Kindern vermittelt, dass Händewaschen hilft, Krankheiten vorzubeugen. Außerdem wurde in einigen Dörfern ein Nachmittagsprogramm für Kinder aus Roma-Familien angeboten.

 

Serbien

Unsere Freunde in Serbien erlebten im abgelaufenen Jahr große Ermutigung von zwei Seiten. Tibor Vargas Sohn David entlastet seinen Vater als Vollzeitmitarbeiter in seinen vielen Diensten und eine Gemeinde in Deutschland hat ohne Zutun der Osteuropamission ein Gebäude für die Gemeinde in Csantavér finanziert, das derzeit renoviert wird. So kann die hauptsächlich von Roma besuchte Gemeinde samt Suppenküche von der alten Unterkunft, die eher einer notdürftig instandgesetzten Ruine gleicht, in das neue Haus umziehen. Das Missionszentrum in Subotica öffnete zweimal wöchentlich seine Türen für Rat und Hilfe Suchende. In Subotica, Csantavér, Becej und Umgebung wurden Lebensmittelpakete verteilt und Medikamente finanziert, die sich viele nicht leisten können. Auch die Brennholzaktion war eine große Hilfe für viele Menschen, die sonst frieren müssten. Die in verlassenen Bauten und Ruinen lebenden Flüchtlinge, die offiziell nicht von der Osteuropamission Serbien betreut werden dürfen, erhielten regelmäßig Besuch von Tibor Varga, der Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Kleidung und Schuhe vorbeibrachte und die Hoffnung des Evangeliums vermittelt.

Laszlo Santa, dessen Suppenküche in Becej 2017 aufgrund einer behördlichen Anordnung geschlossen wurde, lädt nach wie vor Arme und Behinderte aus seiner Stadt zu gemeinsamen Mittagessen ein.

 

Kosovo

Zahlreiche Kinder aus bedürftigen Familien werden von österreichischen Paten unterstützt. Violeta und Sundim Selmanaj betreuen die Familien, verteilen Lebensmittel und Brennholz und führen Ferienlager für Kinder durch.

 

Auto für Missionar in Albanien

Mit den Mitteln aus der Weihnachtsaktion 2018 konnte für den aus Brasilien stammenden Missionar Roberto Carlos Soares de Olivera, der mit unserem albanischen Partner Flatun zusammenarbeitet, ein Auto gekauft werden. Dies ist eine große Erleichterung für den Dienst von Roberto und seiner serbischen Frau Bojana im ärmsten Stadtviertel von Tirana. Zuvor hatten die beiden Hilfsgüter mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß durch die Hauptstadt befördert.

 

Ukraine

Der Dienst von Leonard Hanykovics an Menschen in Not und an den Bewohnern der Leprakolonien wurde von der Osteuropamission Österreich unterstützt.

 

Haus der Wohltätigkeit in Tiflis (Georgien)

Dieses von der Osteuropamission Schweiz initiierte Heim für mittellose ältere Menschen wurde auch von unseren Missionsfreunden mit unterstützt. Es ist nicht eine Bleibe, in der die Bewohner gleichsam auf den Tod warten, sondern ermöglicht einen erfüllten Lebensabend. Außerdem werden Personen, die vorübergehend in einer Notlage sind, als Gäste aufgenommen. Viele Bewohner haben dort Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser kennengelernt und angenommen.

Die Hauseltern Vitali und Larissa Ivanov unterstützten ältere Menschen in Tiflis und darüber hinaus mit Lebensmittelpaketen, übernahmen Kosten für Untersuchungen und medizinische Behandlungen.

 

Hilfsgütertransporte

Im abgelaufenen Jahr wurden sieben Hilfsgütertransporte durchgeführt. Vier gingen an die Osteuropamission Ungarn, drei nach Sambateni. Dazu kamen noch zehn bis zwölf unabhängig von der Osteuropamission organisierte Transporte nach Rumänien von Sammelstellen, die Marion und Dorin Moldovan und ihre Freunde eingerichtet haben. Die Chauffeurdienste hat im Lauf des Jahres Markus Moldovan, der Sohn von Marion und Dorin, übernommen. Danke an alle Spender und Sammler von Hilfsgütern! 

 

Gebet für die verfolgte Kirche 

Im November luden wir wie jedes Jahr zur Beteiligung am Sonntag der verfolgten Kirche ein, der von der Evangelischen Allianz organisiert wird. 2019 wurde u. a. für die Ostukraine gebetet, sodass viele Jahre nach dem Ende des Kommunismus ein osteuropäisches Land auf der Tagesordnung stand.

 

Weihnachtsfeiern in Ungarn und Rumänien

Von unseren Freunden von ORA erhielten wir ca. 630 Weihnachtspakete. Diese wurden bei Weihnachtsprogrammen mit Musik und Puppentheater von Mitarbeitern der Osteuropamission Ungarn und Freiwilligen aus christlichen Gemeinden in verschiedenen Orten Ungarns und in Miercurea Ciuc, Rumänien, verteilt. Dabei konnten viele Kinder und Begleitpersonen die Weihnachtsbotschaft hören. Auch die Kinder der Schule für Behinderte in Budapest wurden bedacht. Doch nicht nur benachteiligte Kinder sollten Weihnachtsfreude erleben: 80 Pakete wurden extra für die Insassen des Gefängnisses von Debrecen gepackt und verteilt.