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Zusammenfassender Tätigkeitsbericht von Josef Jäger

Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf das abgelaufene Jahr zurück, in dem unsere Freunde von KEMA (Osteuropamission Ungarn) ihr 25-jähriges Jubiläum feiern durften. Auch wir, Josef und Waltraud Jäger, durften uns über einen „runden Geburtstag“ freuen: 2017 waren es genau 30 Jahre seit unserem Einstieg in die Osteuropamission.

Haus der Hoffnung 

Im abgelaufenen Jahr durften drei Kinder aus dem „Haus der Hoffnung“ in eine Adoptivfamilie gehen. Marion und Dorin Moldovan sind glücklich darüber, dass Kevin, Claudia und Catalina jetzt Mama und Papa haben. Sarah, die älteste Tochter von Marion und Dorin, übernahm im Sommer während der Vortragsreise ihrer Eltern die Vertretung im „Haus der Hoffnung“. Im November ließ sich ihr Bruder Markus taufen. Ende April ist Tünde vom Mutter-Kind Zentrum in eine kleine Wohnung in Arad gezogen und steht jetzt als Selbständige auch wirtschaftlich auf eigenen Beinen. An ihrer Stelle ist Lidia eingezogen, die Anfang Juli ihre Tochter Antonia-Sophia zur Welt brachte. Lidia hat sich für einen Lebensweg mit Jesus entschieden und ließ sich im Oktober taufen. Nach einiger Zeit der Unsicherheit wegen Gesetzesänderungen konnte im Dezember der kleine Cristian aufgenommen werden, der mit seinen vier Jahren nicht verstehen kann, weshalb ihn seine Mutter mitten in einer Stadt zurückgelassen hat. Weitere Kinder sollen in den nächsten Wochen folgen.

Im Herbst erhielt Familie Moldovan einen Kombi von Missionsfreunden, die ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nutzen können. Dieses Geschenk war eine besondere Gebetserhörung, da ihr in die Jahre gekommener Kleinbus sehr reparaturanfällig geworden war.

Dank vieler Hilfsgüter konnten wieder bedürftige Familien in Sambateni und Umgebung unterstützt werden. Auch die Flohmärkte im Hof erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Im Sozialladen Spatiu werden Lebensmittel ausgeteilt und Familien beraten, die Interesse an Adoption und Pflege haben. Bei der Weitergabe von Hilfsgütern und Beratungsgesprächen ergibt sich immer wieder die Möglichkeit, auf unseren Herrn und Erlöser hinzuweisen und seine Treue zu bezeugen.

Flüchtlingshilfe

In Ungarn gab es 2017, zwei Jahre nach Schließung der Balkanroute, nur noch wenige Flüchtlinge. Im Süden und Westen der Ukraine leben zahlreiche Binnenflüchtlinge, die vor den Kämpfen in der Ostukraine geflohen sind, darunter auch Christen aus Pfingstgemeinden und anderen protestantischen Kirchen, die von den selbst ernannten Hütern der Orthodoxie unter den pro-russischen Rebellen verfolgt wurden. Auch hier leisten unsere Mitarbeiter Hilfe. Was besonders ermutigend ist: Trotz aller Armut werden die Flüchtlinge aus dem Osten von der ukrainischen Bevölkerung freundlich aufgenommen.

Hilfe zur Selbsthilfe / Bildung

Ein wesentlicher Beitrag, um der jungen Generation in Rumänien den Zugang zu höherer Bildung und damit bessere Chancen im Berufsleben zu ermöglichen, ist die von Paul Militaru geleitete Trainingsschule in Brasov. Auch 2017 haben alle von Pauls Schützlingen die Aufnahmeprüfungen für die höheren Schulen bestanden. Dank der Hilfe unserer Missionsfreunde konnte Paul ein zusätzliches Auto erwerben. Dadurch können die SchülerInnen am Abend rasch und sicher vom am Stadtrand von Brasov gelegenen Haus der Familie Militaru nach Hause gebracht werden, ohne dass es zu gefährlichen Situationen kommt, und Paul und seine Frau Ligia können gleichzeitig unterwegs sein, um ihren Dienst zu tun.

In drei Romasiedlungen in der Ukraine geben unsere Mitarbeiterinnen Daniela Danko und Krisztina Toth Lese- und Schreibunterricht. Die Roma lernen gerne und möchten etwas für ihre Zukunft tun. Durch Selbsthilfeprojekte für Gemüseanbau oder Nutztierhaltung konnte einigen Familien in der Ukraine zur Selbständigkeit verholfen werden. Auch in Serbien laufen landwirtschaftliche Selbsthilfeprojekte.

Suppenküchen (Serbien)

Laszlo Santas Suppenküche in Becej bietet Schulkindern nach dem Unterricht eine warme Mahlzeit. Auch bedürftige ältere Menschen nehmen diesen Dienst in Anspruch. Laszlos Sohn Daniel oder seine Schwiegertochter Andrea helfen den Kindern bei den Hausaufgaben. Da Laszlo nicht nur Pastor, sondern auch Landwirt ist, kommt ein Teil der Lebensmittel vom eigenen Hof. Tibor und Mercedes Varga betreiben eine Suppenküche in Csantavér.  

Lebensmittelpakete wurden das ganze Jahr über an vielen Orten verteilt, Brennholz im Herbst und Winter, teilweise auch im Frühjahr.

Ferienlager für Kinder

Letzten Sommer organisierten unsere Mitarbeiter an drei Orten in der Ukraine Kinderlager. Die Kinder genossen die gemeinsamen Spiele, hörten Geschichten aus der Bibel und lernten auch die Grundlagen der Hygiene, die in ihren Romasiedlungen nicht Allgemeingut sind. In Ungarn fanden Sommerlager auf der Farm in Petöfiszállás statt, wobei die Kinder von der Macht und Liebe Gottes hörten und die örtliche Feuerwehr sogar eine Vorführung darbot. Luczi Barna organisierte ein Sommerlager in Rumänien und im Kosovo erlebten Kinder aus bedürftigen Familien eine wunderschöne Zeit.

Hilfsgütertransporte

Im abgelaufenen Jahr wurden 13 Hilfsgütertransporte durchgeführt. Zehn von Dorin Moldovan organisierte Transporte gingen direkt nach Rumänien. Nur drei Transporte gingen nach Ungarn. Dies war vor allem auf die Unsicherheit wegen des neuen Gesetzes gegen Lohn- und Sozialdumping zurückzuführen. Unser bewährter Fahrer Robert Németh, der neben der Tätigkeit bei der Osteuropamission Ungarn ein Architekturstudium absolviert hat, arbeitet jetzt in seinem neuen Beruf. Im Dezember konnte der Verwaltungsleiter der OEM Ungarn Weihnachtspakete von unseren Freunden von ORA in Leogang abholen, die wieder Freude in viele Kinderherzen in der Ukraine, in Rumänien und Ungarn brachten. Herzlichen Dank an alle Spender von Hilfsgütern, die Betreiber der Sammelstellen, insbesondere aber an unsere Freunde von ORA in Andorf, die immer wieder Lebensmittel und andere wertvolle Hilfsgüter zur Verfügung stellen. Unsere Sammelstelle in Bad Ischl, die sich in einem Keller befand, wurde nach 25 Jahren geschlossen. Vielen Dank auch an die Pfarre Eibiswald fürs eifrige Sammeln. Eure geographische Lage hilft uns, Transportkosten zu sparen.

Unterstützung älterer Menschen

 Dienst an älteren Menschen wurde und wird in mehreren Ländern geleistet. In der Ukraine sind viele Alte und Kranke durch die Auswanderung oder den Wehrdienst der jungen Generation auf sich allein gestellt. Unsere Mitarbeiter halfen auch im abgelaufenen Jahr mit Lebensmitteln und Heizmaterial oder auch bei praktischen Arbeiten. Flatun Zalmaj, selbst schon im Pensionsalter, unterstützt nach besten Kräften alte Menschen in Ninesh in seiner albanischen Heimat und vermittelt ihnen, dass Gott sie nicht vergessen hat. Das von Vitali und Larissa Ivanov geleitete Altersheim in Tiflis, Georgien, war auch 2017 ein Ort des Trostes für Senioren, die in ihrem bisherigen Leben nur wenig Gutes erfahren haben.

Gebet für die verfolgte Kirche 

Im November luden wir wieder zur Beteiligung am Sonntag der verfolgten Kirche ein, der von der Evangelischen Allianz organisiert wird. Damit besinnt sich die Osteuropamission auf ihre Wurzeln in einer Zeit, als Christen in ganz Osteuropa massiv verfolgt wurden.

Weihnachtsfeiern in Ungarn, Rumänien und in der Ukraine

An mehreren Orten in Ungarn, Rumänien und in der Ukraine wurden Weihnachtsfeiern durchgeführt und die von ORA erhaltenen Weihnachtspakete an die Kinder verteilt. Wie schon in vergangenen Jahren war dies eine gute Gelegenheit zur Weitergabe des Evangeliums. Außerdem wurden von der OEM Ungarn 23 Weihnachtspakete für Flüchtlingsfamilien gepackt, die im Obdachlosenheim der Baptisten in Budapest leben.

Evangelisation

Auch wenn wir keine Missionare ins Ausland entsenden, wie unser Name nahelegen könnte, vergessen weder wir noch unsere Partner vor Ort, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt. Die Verkündigung des Evangeliums ist untrennbarer Teil der sozialen Dienste unserer Partner in Osteuropa.