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Während die Medien über die steigende Anzahl der Kälteopfer in Osteuropa berichteten, gab es kaum Berichte über die steigende Zahl der Kältetoten unter Flüchtlingen in Serbien.  Auf Grund der Griechenlandkrise und der daraus resultierenden steigenden Fremdenfeindlichkeit haben sich viele Flüchtlinge in den letzten Monaten auf den Weg Richtung Norden gemacht. Wer es nicht geschafft hat, in die EU zu kommen, sitzt nun seit Monaten in den Wäldern Serbiens fest. Andere wurden Opfer von Schleppern, die versprachen, sie nach Westeuropa zu bringen und sie dann in Serbien ausgesetzt haben. In Zelten aus Plastikplanen waren sie - darunter auch Neugeborene - der unerbittlichen Kältewelle im Februar hilflos ausgeliefert. Tibor Varga und sein Team von der Osteuropamission Serbien und unsere ungarischen Freunde gehören zu den wenigen, die sich dieser Not angenommen haben. In einem von Bäumen und Büschen überwucherten aufgelassenen Industriegebiet in der Nähe von Subotica fanden sie improvisierte Zelte aus Plastikplanen vor, in denen sich je 10 bis 20 Menschen, meist Afghanen und Pakistanis, aber auch einige Mongolen und Araber, dicht zusammendrängten. Die meisten von ihnen sind vor Krieg und politischer Verfolgung aus ihrer Heimat geflohen. Imre Fekete von der Osteuropamission Ungarn berichtet von einem Besuch: Nadal, ein Junge aus Pakistan stand barfuß, ohne Winterkleidung am ganzen Leib zitternd vor uns. Alle litten unter der Kälte. Wir besuchten die Flüchtlinge in ihren Zelten. In einem lebt eine Familie aus Afghanistan mit vier kleinen Kindern, das jüngste wurde am Parkplatz einer OMV-Tankstelle geboren. Unser Team konnte Lebensmittel, Winterkleider und Schlafsäcke verteilen. Wesley Simon, ein junger Inder, der an einer internationalen Bibelschule in Ungarn studiert, kann vielen Flüchtlingen das Evangelium in einer Sprache nahebringen, die sie verstehen. Er spricht neben Urdu, der Amtssprache Pakistans, mehrere zentralasiatische Sprachen.
Nach einigen Besuchen ist unser ungarischer Missionsleiter Imre Fekete zu dem Schluss gekommen, dass es sich durchwegs um einfache und sanftmütige Leute handelt, die keineswegs aggressiv sind. Allerdings fürchten sie sich wegen ihres unsicheren Status vor der Polizei und vor Ausländern. Viele von ihnen können nicht in ihr Heimatland zurückkehren. Imre schreibt: Selbst in Diktaturen können die Gefangenen in Baracken leben, erhalten schlechtes Essen und manchmal medizinische Behandlung. In Westeuropa setzen sich viele Menschen vehement für die Rechte von Tieren ein, doch kein Mensch kümmert sich darum, ob die sich selbst überlassenen Flüchtlinge leben oder sterben, ob sie erfrieren, und das mitten in Europa. Wir möchten ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten eine helfende Hand bieten und bitten um eure Gebete und eure Unterstützung. Derzeit benötigen wir Grundnahrungsmittel, die wir günstig in der nächsten Stadt kaufen können, aber auch Medikamente.
Die Polizei ließ die Hilfe von Tibor Varga und seiner Mitarbeiter nur widerwillig zu, dem Roten Kreuz wurde zunächst sogar verboten, Hilfe zu leisten. Durch die eisige Kälte erlitten viele der Flüchtlinge Erfrierungen oder lagen mit Lungenentzündung und Fieber in ihren Zelten. Die Kältewelle erreichte gerade ihren Höhepunkt, als die Presse Wind von der Situation der Flüchtlinge bekam. Sie holten über diese sensationelle Neuigkeit Informationen bei der Osteuropamission Serbien/Ungarn ein und die Boulevard-Zeitungen titelten: „Frierende Menschen in Zelten aus Plastikplanen bei minus 20 Grad! Die Osteuropamission hilft“. Das entging den lokalen Behörden nicht. Zusammen mit Tibor Varga besuchte der Polizeichef von Subotica in Zivilkleidung die Flüchtlinge, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Angesichts dieser Notsituation stellten die Behörden am nächsten Tag eine Pension zur Verfügung, die gerade leer steht. Nun schlafen die Flüchtlinge auf Matratzen in geheizten Zimmern. Die Menschen haben so große Angst vor den Behörden, dass viele zuerst gar nicht wagten, ihre Zelte zu verlassen. Doch die Anwesenheit der Mitarbeiter der Osteuropamission, die mit dem Roten Kreuz zusammenarbeiten, vermittelt ihnen das Vertrauen, dass ihnen nichts geschieht. Die Flüchtlinge sind äußerst dankbar für alle Aufmerksamkeit und materielle Hilfe. Wenn Sie finanziell mithelfen wollen, vermerken Sie bitte „Flüchtlinge Serbien“ auf Ihrer Einzahlung. Bitte beten Sie für die Menschen und ihre Situation, denn, auch wenn sie jetzt versorgt werden, ist ihre Lage völlig ungeklärt. Um weitere Fotos zu sehen, klicken Sie bitte hier . |